Quelle: MBZ 02/2021

Curriculum und Hands-on-Kurse: Implantologisch fortbilden

Die Implantationstechniken werden in vielen praktischen Übungen erlernt und angewendet. Dabei werden die chirurgischen Anforderungen an das Hart- und Weichgewebemanagement erläutert und in Hands-on-Sessions umgesetzt. Spezialisten aus Fachgebieten mit Schnittstellen zur Implantologie zählen ebenfalls zum Referententeam und geben vertiefende Einblicke in spezielle Patientenfälle. Im Bereich der Implantatprothetik wird sowohl der konventionelle als auch der digitale Workflow vorgestellt und anhand von Falldiskussionen erläutert. Nach Abschluss des Curriculums wird es möglich sein, Patienten, die auf eine implantologische Versorgung angewiesen sind, in der eigenen Praxis zu therapieren und die Nachsorge zu begleiten.

Obwohl die zahnärztliche Implantologie zu einem Verfahren mit gut vorhersagbaren Ergebnissen zählt, führen Kenntnisse im Komplikationsmanagement ebenfalls zu einer Erhöhung der Behandlungssicherheit jedes Implantologen. Es ist enorm wichtig, Risiken frühzeitig zu erkennen, komplikationsvorbeugend zu behandeln und Komplikationen adäquat zu lösen. Universitätsprofessor Dr. Thomas Weischer aus Essen beleuchtet dazu in seinem Kurs die „Gesamtheit der Implantologie“ aus diesem Blickwinkel. Verschiedene Gründe führen zu einer schwierigen Ausgangssituation: lokale Gegebenheiten in der Mundhöhle, komplexe Grunderkrankungen oder medikamentöse Therapien. Wie lässt sich die digitale Röntgendiagnostik aus Sicht der Implantologie bewerten? Wie der Implantatstatus? Was ist implantologisch zu berücksichtigen bei Diabetes, Cortisongabe, Osteoporose, Bisphosphonaten etc.? Ziel des Kurses ist es, Ausweich- und Lösungsmöglichkeiten für komplexe Patientenfälle zu erarbeiten, um auch in der Nachsorge glückliche Patienten zu erhalten.

Für die anspruchsvolle praktische Tätigkeit eines implantologisch und oralchirurgisch tätigen Zahnarztes stellt die Lehre der Anatomie eine besondere Grundlage dar. Universitätsprofessor Dr. Jochen Fanghänel bietet deshalb einen anatomischen Intensivkurs am Humanpräparat an, zum erneuten Erleben und Erlernen anatomischer Strukturen und topografischer Zusammenhänge im Operationsgebiet. Unter Anleitung des Co-Referenten Oberarzt Dr. Frank Peter Strietzel werden dann in der Praxis angewandte Schnittführungen, Lappenpräparationen sowie Nahttechniken durchgeführt, sowohl am Schweinekiefer als auch am Humanpräparat. Geübt werden ebenfalls Implantationen und augmentative Maßnahmen.

Alle dafür notwendigen Materialien und Instrumente werden Ihnen für das Kurswochenende zur Verfügung gestellt und führen zu vielfältigen Erfahrungen und einem inspirierenden Austausch.

Diese kurze Einführung zu den Fortbildungskursen im Fachgebiet Implantologie verspricht schon viel, aber erst die Teilnahme kann die Begeisterung für die zahnärztliche Implantologie entflammen und überspringen lassen.

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