Zahnextrusion - chirurgisch und magnetisch

Bei kariogen oder traumatisch geschädigten Zähnen mit tiefen schwierig zu restaurierenden Defekten gilt der Zahnerhalt oftmals als herausfordernd. Liegt die Defektgrenze zum Teil oder vollständig krestal bzw. subgingival besteht ein hohes Risiko die biologische Breite bei der Restauration des Zahnes zu verletzen. Techniken wie die chirurgische Kronenverlängerung oder das Anheben des tiefsten Defekts mit Komposit (marginal box elevation) sind weitgehend etabliert, können aber nicht in jedem Fall gleich vorhersagbar angewendet werden. Als eine Ergänzung kann daher die Extrusion der verbliebenen Zahnwurzel gelten, z.B. insbesondere bei einwurzeligen Zähnen mit langer gerader Wurzel oder bei Frontzähnen mit Kronen-Wurzel-Fraktur.

Verschiedene Zugsysteme (Benex II Extraktor, Easy-X-tract, Zalex) ermöglichen eine kontrollierte chirurgische Zahnextrusion aus der Alveole. Bei starker Wurzelkrümmung oder mehrwurzligen Zähnen kommt die forcierte Extrusion mit Magneten zum Einsatz. Die Indikationen, Möglichkeiten und Limitationen der Systeme werden anhand zahlreicher klinischer Fälle vorgestellt. Im Hands-On-Kurs (u.a. am Schweinekiefer) werden die Systeme von den Kursteilnehmern hinsichtlich ihrer Handhabung getestet.

Das Ziel all dieser Techniken ist neben einer gewebeschonenden vertikalen Zahnmobilisation (oder Zahnentfernung vor geplanter Implantation) möglichst der Zahnerhalt. Der Erfolg der Behandlung wird anhand der parodontalen Heilung erkannt. Wurzelresorptionen und nachteilige Effekte auf den angrenzenden Knochen können im Einzelfall auftreten, lassen sich aber durch geeignetes Handling reduzieren.

Der Behandler kann mit Hilfe dieser Techniken sein therapeutisches Spektrum erweitern und die Grenzen des Zahnerhalts ausdehnen.

Kursdetails

Termin: Sa 21.08.2021, 10:00 - 16:00 Uhr
Zielgruppe: Kurs für Zahnärzte
Kursgebühr: 295,– €
Kursnummer: 4120.0 (Hands-on-Kurs)
Punkte: 7+1
Referenten:
ZA G. Benjamin
Dr. R. Krug
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